Die Beteiligung des renommierten Koblenzer Unternehmers Frank Gotthardt sichert Eigenständigkeit, Kontinuität und Wachstum. Die Redaktion sprach mit ihm und dem geschäftsführenden Gesellschafter Gerhard Sisterhenn über die Hintergründe des Engagements.
Redaktion:
Herr Gotthardt, Sie sind seit 20 Jahren erfolgreicher Unternehmer im Bereich Software und Informationstechnologie. Bisher haben Sie sich vornehmlich auf den Bereich eHealth bzw. Gesundheitswesen konzentriert. Wie kommt es zu Ihrem Engagement im Public Sector?
Frank Gotthardt:
Ich bin vom technologischen Know-how und dem Business-Potenzial der Firma mps überzeugt. Mit meiner Beteiligung möchte ich sicherstellen, dass mps auf dem Markt für eGovernment bestens aufgestellt und für viele, spannende strategischen Optionen gerüstet ist. Der Public Sector bietet ein überaus attraktives Marktpotenzial, da weltweit alle Verwaltungen bei der Optimierung ihrer Prozesse zunehmend auf Software-Innovationen setzen. Darüber hinaus erleben wir im Public Sector derzeit auch auf internationaler Ebene gravierende Strukturveränderungen. Diese mit State-of-the-Art-Softwarelösungen zu begleiten und zum Wohle aller administrativen Einheiten zu unterstützen, ist eine attraktive Herausforderung für mps. Und wer mich kennt, der weiß, dass es mir Spaß macht, an der Lösung solcher Aufgaben mitzuwirken.
Redaktion:
Sie sind selbst Koblenzer und haben Ihren Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe zu mps. Resultiert Ihre Beteiligung auch aus bisherigen Kontakten zwischen Koblenzer Unternehmern?
Frank Gotthardt:
Ich habe die Entwicklung der mps seit vielen Jahren intensiv verfolgt und kenne auch Herrn Sisterhenn schon lange. Dies waren in der Tat erste Voraussetzungen für meinen Einstieg bei mps.
Redaktion:
Wo sehen Sie möglicherweise Verbindungen zwischen „eHealth“ und „eGovernment“ in Zukunft?
Frank Gotthardt:
Die am deutlichsten sichtbare Verbindung zwischen beiden Technologie-Landschaften ist die Zielgruppe am Ende der Kette, für die sie im Einsatz sind: Sowohl eHealth-Lösungen als auch eGovernement-Produkte dienen letztlich unmittelbar dem Menschen. eHealth-Lösungen tragen zur Verbesserung der Behandlungsqualität von Patienten bei. eGovernement-Software leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass der Bürger stets auf eine funktionierende und effiziente Verwaltung vertrauen kann.
Eine weitere Parallele zwischen beiden Technologien ist der rasante Veränderungsprozess, unter dessen Umständen sie eingesetzt werden. Das Gesundheitswesen wächst weltweit immer stärker zusammen, nicht nur in Deutschland vollzieht sich ein starker Umbruch der bisherigen Strukturen. Sehr ähnlich kann man dies im Public Sector beobachten: Zum Einen stehen zahlreiche Kommunen vor einschneidenden Gebietsreformen. Und darüber hinaus vollzieht sich gerade ein zentraler betriebswirtschaftlicher Wandlungsprozess durch die Umstellung auf die Doppik.
Redaktion:
Sehen Sie Möglichkeiten der Zusammenarbeit von mps mit der Compugroup AG?
Frank Gotthardt:
Beide Unternehmen verfügen über erstklassiges technologisches Know-how und hohe Service-Qualität. Dort, wo sie sinnvoll sind, können mögliche Synergien durchaus genutzt werden.
Redaktion:
Herr Gotthardt, wird es weitere Zukäufe im Public Sector geben? Um anschließend eine Art „Public-Group“ zu gründen?
Frank Gotthardt:
Wir haben gleich zu Beginn meines Engagements für mps deutlich gemacht, dass das Unternehmen nun eine breite Basis für einen Expansionskurs besitzt. Diesen Kurs gehen wir beherzt an. Welchen Stellenwert wann Akquisitionen haben werden, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Public Group“ klingt jedoch nicht schlecht und könnte vielleicht ebenso für Erfolg und Perspektiven stehen wie z.B. CompuGROUP.
Redaktion:
Herr Sisterhenn, Sie sind Geschäftsführer – und auch weiterhin selbst an mps beteiligt. Welche neuen Chancen sehen Sie für das Unternehmen?
Gerhard Sisterhenn:
mps bietet im Wachstumsmarkt „Public Sector“ Kontinuität und Zukunftssicherheit - und kann nun noch höhere Innovationskraft und –geschwindigkeit entfalten. Als seit 30 Jahren etabliertes Softwarehaus agieren wir auch weiterhin eigenständig und fokussieren uns ganz auf die Reformvorhaben in Deutschland. Wir unterstützen die Verwaltungen bei der Modernisierung und setzen die Prioritäten dabei auf innovative Softwarelösungen, Kundenorientierung und Zuverlässigkeit.
Redaktion:
Nachdem die vorherigen Geschäftsführer Hahn und Brubach das Unternehmen verlassen haben, sind Sie jetzt alleinig verantwortlich. Wie bewältigen Sie die neuen Aufgaben und Verantwortung?
Gerhard Sisterhenn:
Ich greife auf meine bewährte Führungsmannschaft sowie hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zurück, die für erfolgreiche Produktentwicklungen und Umsetzungen bei den zumeist kommunalen Kunden stehen. Das sind langjährige mps-Mitarbeiter, die in den letzten Jahren bereits den größten Anteil daran leisteten, dass unsere Lösungen, z.B für das kommunale Finanzmanagement, heute führend in Deutschland sind.
Redaktion:
Vielen Dank.

Frank Gotthardt,
Vorstandsvorsitzender der CompuGROUP Holding AG
Frank Gotthardt, geboren 1950 in Siegen, studierte in Bonn Informatik. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.
Mitte der 80er Jahre startete Frank Gotthardt mit der Herstellung von Zahnarztsoftware seine Unternehmerlaufbahn im Gesundheitswesen. Aus diesen Anfängen heraus wuchs unter seiner Führung der CompuGROUP-Konzern zu einem führenden europäischen eHealth-Unternehmen.
Seine Vision ist die Entwicklung der IT im Gesundheitswesen zu einem ökonomischen und medizinischen Erfolgsfaktor zum Nutzen aller Beteiligten und für eine immer bessere Versorgung der Patienten.



